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Im Juni 2020 findet unter dem Namen Walter-Benjamin-Lectures zum zweiten Mal die hochkarätige Vorlesungsreihe des Humanities and Social Change Center Berlin an der Humboldt-Universität zu Berlin statt. Dieses Mal werden die Vorlesungen von der rennommierte Philosophin und Politikwissenschaftlerin Nancy Fraser gehalten. Mehr Informationen dazu folgen in Kürze.

2019 gab der renommierte kanadische Philosoph Charles Taylor den Auftakt des sich jährlich wiederholenden Formats. An drei aufeinander folgenden Abenden hielt Taylor Vorträge zu „Democracy and its Crises“ und beleuchtete dabei immanente Verfallsphänomene gegenwärtiger Demokratien wie politische Entfremdung, wachsende Ungleichheit, Xenophobie und Ausgrenzung, aber auch mögliche Wege aus der Krise. Sie können sich Videoaufnahmen der Vorlesungen ansehen.

Die Benjamin-Lectures – und der dazugehörige Benjamin Chair – sind nach dem in Berlin geborenen Philosophen Walter Benjamin benannt und seinem Anspruch verpflichtet, katastrophalen historischen Tendenzen intellektuell Stand zu halten und politisch entgegen zu arbeiten. Es wird dazu jährlich ein/e profilierte Wissenschaftler_in nach Berlin eingeladen, um der breiteren Öffentlichkeit aktuelle Auseinandersetzungen mit sozialen und politischen Kernfragen zu präsentierten.

An dem im Jahr 2018 an der Humboldt-Universität zu Berlin gegründete Center for Humanities and Social Change werden die Krisen der Demokratie und des Kapitalismus sowohl in zeitdiagnostischer wie in philosophisch-grundlagentheoretischer Hinsicht erforscht. Mit Veranstaltungsreihen, einem Fellowship-Programm und verschiedenen Forschungsprojekten ist das Center nicht nur ein Ort akademischer Konzentration, sondern auch gesellschaftlicher Selbstverständigung.

Save the Date! Die nächsten Benjamin-Lectures finden am 17., 18. und 19. Juni 2020 statt. Mehr Informationen folgen in Kürze.

 

Coming soon!

Presseanfragen werden vom HSC Center koordiniert. Wenden Sie sich dazu gern an Susann Schmeißer.

Benjamin Chair 2019. Charles Taylor

Im Juni 2019 fanden am Humanities and Social Change Center Berlin an der Humboldt-Universität zu Berlin erstmals die Walter-Benjamin-Lectures statt. Der renommierte kanadische Philosoph Charles Taylor gab den Auftakt dieses sich jährlich wiederholenden Formats. An drei aufeinander folgenden Abenden hielt Taylor Vorträge zu „Democracy and its Crises“ und beleuchtete dabei immanente Verfallsphänomene gegenwärtiger Demokratien wie politische Entfremdung, wachsende Ungleichheit, Xenophobie und Ausgrenzung, aber auch mögliche Wege aus der Krise.

Charles Taylor zählt zu den bedeutendsten Denkern der Gegenwart. Allein sein Frühwerk zur lebensweltlichen Einbettung von Erkenntnis steht in den Sozialwissenschaften nachgerade für einen Paradigmenwechsel. Ausgehend von seiner einflussreichen Neu-Lektüre Hegels wandte sich Taylor anschließend einem atemberaubenden Forschungsprogramm zu: Die Widersprüche der Moderne aus deren innerer Entwicklung, aus deren Verengungen und Vereinseitigungen heraus verständlich und überschreitbar zu machen. Dieses Projekt entfaltete er in zwei monumentalen Werken, die sich der Geschichte des Selbst und der Säkularisierung widmen. In jüngerer Zeit brachte Taylor das Motiv ausgeblendeter geteilter Grundlagen – sei es an Werten, an Vorstellungswelten oder sozialen Beziehungen – mit Fortschritten und Fehlentwicklungen demokratischer Gesellschaften zusammen. In den Benjamin-Lectures mündete diese Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Krisen und Erschütterungen der Demokratie in hochaktuelle und philosophisch fundierte Situationsdeutungen.

Sie können Videoaufnahmen der Benjamin-Lectures mit Charles Taylor ansehen.