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Im Juni 2019 findet unter dem Namen Walter-Benjamin-Lectures erstmals eine neue, hochkarätige Vorlesungsreihe am Humanities and Social Change Center Berlin an der Humboldt-Universität zu Berlin statt. Den Auftakt dieses sich jährlich wiederholenden Formats gibt der renommierte kanadische Philosoph Charles Taylor. An drei aufeinander folgenden Abenden (17. bis 19.06. 2019) wird er zu „Democracy and its Crises“ vortragen und dabei immanente Verfallsphänomene gegenwärtiger Demokratien wie politische Entfremdung, wachsende Ungleichheit, Xenophobie und Ausgrenzung, aber auch mögliche Wege aus der Krise beleuchten.

Die Benjamin-Lectures – und der dazugehörige Benjamin Chair – sind nach dem in Berlin geborenen Philosophen Walter Benjamin benannt und seinem Anspruch verpflichtet, katastrophalen historischen Tendenzen intellektuell Stand zu halten und politisch entgegen zu arbeiten. Es wird dazu künftig jährlich ein/e profilierte Wissenschaftler_in nach Berlin eingeladen, um der breiteren Öffentlichkeit aktuelle Auseinandersetzungen mit sozialen und politischen Kernfragen zu präsentierten.

An dem im Jahr 2018 an der Humboldt-Universität zu Berlin gegründete Center for Humanities and Social Change werden die Krisen der Demokratie und des Kapitalismus sowohl in zeitdiagnostischer wie in philosophisch-grundlagentheoretischer Hinsicht erforscht. Mit Veranstaltungsreihen, einem Fellowship-Programm und verschiedenen Forschungsprojekten ist das Center nicht nur ein Ort akademischer Konzentration, sondern auch gesellschaftlicher Selbstverständigung.

Die Benjamin-Lectures finden im Emil-Fischer-Hörsaal der Humboldt-Universität zu Berlin, Hessische Str. 1-2 jeweils ab 18 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.

17. Juni „Losing Faith in Democracy“, Kommentar: Maeve Cooke (University College Dublin)

18. Juni „Xenophobia and polarization”, Kommentar: Patrizia Nanz (Universität Potsdam)

19. Juni „What can be done?“, Kommentar: Zhang Shuangli (Fudan University, China)

Charles Taylor zählt zu den bedeutendsten Denkern der Gegenwart. Allein sein Frühwerk zur lebensweltlichen Einbettung von Erkenntnis steht in den Sozialwissenschaften nachgerade für einen Paradigmenwechsel. Ausgehend von seiner einflussreichen Neu-Lektüre Hegels wandte sich Taylor anschließend einem atemberaubenden Forschungsprogramm zu: Die Widersprüche der Moderne aus deren innerer Entwicklung, aus deren Verengungen und Vereinseitigungen heraus verständlich und überschreitbar zu machen. Dieses Projekt entfaltete er in zwei monumentalen Werken, die sich der Geschichte des Selbst und der Säkularisierung widmen. In jüngerer Zeit brachte Taylor das Motiv ausgeblendeter geteilter Grundlagen – sei es an Werten, an Vorstellungswelten oder sozialen Beziehungen – mit Fortschritten und Fehlentwicklungen demokratischer Gesellschaften zusammen. Die in die Benjamin-Lectures mündende Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Krisen und Erschütterungen der Demokratie versprechen somit hochaktuelle und philosophisch fundierte Situationsdeutungen.

Presseanfragen werden vom HSC Center koordiniert. Wenden Sie sich dazu gern an Susann Schmeißer.