Towards a Social Theory of Fascization

in Context
3. Dezember, 10–21 Uhr & 4. Dezember, 10–20 Uhr
Auditorium, Grimm-Zentrum in HU Universitätsbibliothek Geschwister-Scholl-Str. 1–3, 10117 Berlin

Konferenz

Topic

Alle reden wieder von Faschismus. Ob im Feuilleton, an der Universität oder auf der Straße – in den vergangenen Monaten wurde intensiv darüber debattiert, wie wir die aktuelle politische Lage verstehen müssen. Mit welchen Begriffen lässt sich unsere Gegenwart treffend beschreiben? Welche Theorien helfen uns, sie richtig zu deuten? Was an den aktuellen Umbrüchen ist tatsächlich neu, welche Dynamiken treiben sie voran? Und nicht zuletzt: In welchem Verhältnis stehen Faschismus und Liberalismus zueinander?

Der bisherige Diskurs hat vielfältige Verknüpfungen offengelegt – zur Krise der Demokratie und der politischen Ökonomie ebenso wie zu technologischer Macht, ökologischer Destabilisierung und der Zukunft emanzipatorischer Politik. Unsere Konferenz greift diese Fäden auf und stellt die Frage nach der Notwendigkeit einer (neuen) Gesellschaftstheorie der Faschisierung. Sie setzt sich zum Ziel, einen sozialtheoretischen Rahmen für das Phänomen der Faschisierung zu entwickeln, der historische, empirische, konzeptuelle und normative Perspektiven in einen produktiven Dialog bringt.

Die Konferenz verbindet dabei zentrale Ansätze klassischer Faschismusforschung mit einer systematischen Auseinandersetzung gegenwärtiger Interpretationsvorschläge. Sie bringt Wissenschaftler*innen aus der Philosophie, der Sozialtheorie, den Politikwissenschaften, der Soziologie, der Geschichte und den Kulturwissenschaften zusammen, die zu Fragen von (Anti-)Faschismus, Gewalt und gesellschaftlicher Krise arbeiten.

Der erste Teil der Konferenz (3. Dezember) widmet sich wegweisenden Faschismusanalysen des vergangenen Jahrhunderts (u. a. von Arendt, Polanyi, Neumann, Césaire, Du Bois und Adorno) mit Blick auf deren historische und gesellschaftspolitische Hintergründe. Abgerundet wird der Auftakt von einer öffentlichen Podiumsdiskussion, bei der wir aktuelle Publikationen zum Thema gemeinsam mit den Autor*innen diskutieren.

Der zweite Teil der Konferenz (4. Dezember) beleuchtet in vier thematischen Panels die zentralen Kontroversen der aktuellen Debatten. Im Fokus stehen dabei die dynamischen Wechselverhältnisse von Faschisierung, Faschismus und Liberalismus sowie die Rolle von Affekten in diesen Prozessen.

Den Abschluss bildet eine zweite öffentliche Podiumsrunde, die die Brücke zur Praxis schlägt: Gemeinsam mit Aktivist*innen sprechen wir über gegenwärtige Herausforderungen und Perspektiven antifaschistischen Handelns.