Transformation ohne Boden? Eigentum und Bodenpolitik auf dem Land

socialization
April 24, 2026 18:30 - 20:30
Aquarium Skalitzer Str.6, 10999 Berlin

Die Veranstaltung ist organisiert in Kooperation mit PowerShift, dem Netzwerk Flächensicherung und der jungen Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (jAbL).

Referent*innen: Anne Neuber (Netzwerk Flächensicherung), Sebastian Kucka (Landwirt, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft), Lisa Murken (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung), Niklas Angebauer (Institut für Philosophie, Universität Oldenburg), moderiert von Rabea Berfelde (Centre for Social Critique)

Topic

Nicht nur in den Städten sind steigende Preise auf eine zunehmende Eigentumskonzentration an Boden zurückzuführen, auch landwirtschaftliche Flächen werden verstärkt als spekulative Ware gehandelt. Außerlandwirtschaftliche, institutionelle Investoren wie zum Beispiel die Lukas-Stiftung der Aldi-Erben, der australische Investor Igneo Infrastrucure Partners oder der Versicherer Münchener Rück behandeln Boden als sichere Vermögensanlage. Die Boden- und Pachtpreise steigen. Gleichzeitig stellen im Schnitt zehn landwirtschaftliche Betriebe pro Tag ihre Arbeit ein und fünfzig Hektar landwirtschaftliche Fläche gehen täglich durch Umwandlung der Nutzung für Siedlungs- und Verkehrsflächen verloren.

Boden ist eine besondere Ressource: standortgebunden, von unterschiedlicher Materialität und Qualität – und die buchstäbliche Grundlage allen gesellschaftlichen Handelns. Für Klimaschutz und Klimaanpassung, sowie die landwirtschaftliche Praxis ist der gesicherte Zugang zu Land essentiell. Eine gesellschaftliche Aushandlung von Landnutzungskonflikten stößt dabei aber immer wieder an die Grenzen des Privateigentums an Grund und Boden. Deswegen stellt sich die Frage: Wie kann eine demokratische Verfügung über diese zentrale gesellschaftliche Ressource gestaltet werden?

Das Panel widmet sich den Fragen nach Bodenpolitik und Eigentum im Dialog zwischen Theorie und Praxis. Was sind die aktuellen Entwicklungen auf dem Bodenmarkt? Welche Probleme beim Zugang zu Land ergeben sich aus der Perspektive der bäuerlichen Praxis? Welche Auswirkungen hat der Klimawandel – etwa durch zunehmende Verknappung – bereits heute? Was ist die Rolle von Privat- und Gemeineigentum in den aktuellen Landnutzungskonflikten?